Dienstag, 9. Oktober 2007

The Bubble

An alle die den Film noch sehen wollen: Hier wird das Ende verraten!
Zum zweiten Mal nach 'Yossi and Jagger' (2002) erzählt Eytan Fox eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern in Israel. Der Film beginnt an einem Grenzübergang zwischen Israel und den Palästinensischen Gebieten.
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Kurz nachdem Noam (Ohad Knoller) von seinem Militärdienst nach Tel Aviv zurückkehrt, steht Ashraf (Yousef 'Joe' Sweid) unter der Tür. Die liberale junge WG nimmt den Palästinenser auf und integriert ihn mehr oder weniger in ihr Leben. Was folgt ist eine Liebeserklärung an Tel Aviv: Der Film macht Lust auf die Stadt, auf Parties und Drogen und auf Liebe. Immer aber bleibt das Glück hinterfragt, immer bleiben auch die Spannungen zwischen den zwei Völkern spürbar, dies jedoch auf eine subtile und humorvolle Art. So zum Beispiel, als sich die zwei Männer zum ersten Mal küssen und Noam fragt, ob so wohl Palästinenser küssen, oder nach dem ersten Sex, den Noam als 'explosiv' beschreibt, ein Wort, das Ashraf nur im Zusammenhang mit Bomben versteht. So gelingt es Fox auch eine Liebesgeschichte zu erzählen, die in keinem Moment kitschig wirkt, dies auch durch die äusserst expliziten Sexszenen, die ganz anders geschnitten sind, als man es sich üblicherweise gewohnt ist. Die Seifenblase aber beginnt langsam zu platzen (wenn eine Seifenblase denn langsam platzen könnte) als Ashrafs Schwester einen lokalen Hamas-Führer heiratet. Als die Schwester am Tag nach der Hochzeit in israelisches Kreuzfeuer geriet, das eigentlich ihrem Ehemann gegolten hätte, beschliesst Ashraf anstelle seines Schwagers, die Vergeltungsaktion in Tel Aviv auszuführen. So sprengt er sich und Noam, der ihn davon abhalten will, in die Luft, worauf Noam, äusserst unsinnig und zum ersten Mal kitschig, aus dem Off die Hoffnung äussert, wenigstens im Paradies mit Ashraf bis in alle Ewigkeit vereint zu sein. Dieses absolut unsinnige Ende zerstört den bis dahin guten Film. Die Tat Ashrafs, der als Homosexueller ja ein Opfer seiner eigenen Gesellschaft war, scheint völlig aus der Luft gegriffen. Viele Kritiken bezeichneten den Film als naiv und das Ende als Ausdruck der Unmöglichkeit dieser Beziehung. Ich persönlich fand den Film weder naiv noch das Ende der logische Ausgang. Der lockere Umgang mit dem Konflikt gehört in Tel Aviv tatsächlich zur Tagesordnung. Er wird zwar nicht verdrängt, aber er bestimmt auch nicht das Leben in einem Masse, wie in anderen Städten. Tel Aviv scheint der Ort, wo versucht wird ein normales, ein urbanes Leben zu führen, trotz allem... und das hat Fox eingefangen, bis er die Blase in die Luft sprengte und damit die Lust auf die Stadt, auf Parties und Drogen und auf Liebe gleich mit riss. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich selbst ein schlüssigeres Ende auszumalen.

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